1. Treffen der Berliner Lawblogger-Szene

27. Juni 2012 by

Gestern fand auf Initiative von Rechtsanwalt Henning Krieg das erste Treffen der Berliner Lawblogger im Weltrestaurant Markthalle Kreuzberg statt. Unter dem Twitter Hashtag #berlinblawger und der Domain berlinblawger.de findet man zukünftig Neuigkeiten dazu.

ICANN hat die newgTLD-Liste veröffentlicht

13. Juni 2012 by

ICANN hat heute die Liste aller Bewerber und der Domain-Endungen, um die sie sich beworben haben, veröffentlicht. Damit wird meine List zunächst obsolet.

Die ICANN-Liste findet man natürlich bei ICANN.

Aktualisierung newgTLDs

1. Juni 2012 by

Die Einführung neuer Domain-Endungen (newgTLDs) schreitet fort. ICANN hat am 30. Mai das Bewerbungssystem (TAS) geschlossen. Am 13. Juni will ICANN die Liste der Bewerber und der Domain-Endungen, um die sie sich bewerben veröffentlichen. Bis dahin ist noch ein wenig Zeit.

Doch schon jetzt geben Bewerber die Domain-Endungen, um die sie sich beworben haben, in Pressemitteilungen bekannt. Ich versuche, die Daten in meine Übersichtsseite neue Domain-Endungen zeitnah zu übertragen. Am Tag kommt es zu häufigen Updates der von mir geführten Liste. Wer das verfolgen möchte, schaut einfach mal herein.

[UpDate]
Ich aktuallisiere die Liste der Endungen zur Zeit mindestens einmal täglich, soweit neue Informationen bekannt werden.

Abmahnung Rechtsanwälte Dr. Kroner & Kollegen

20. März 2012 by

In der Nacht von Sonntag den 18.03.2012 auf den folgenden Montag wurden per eMail zahlreiche Abmahnungen einer fiktiven Anwaltskanzlei »Rechtsanwälte Dr. Kröner & Kollegen« versandt. In deren Briefkopf ist die Domain kroner-kollegen.de genannt, für die ich – im Rahmen meiner Tätigkeit für die united-domains AG in Starnberg – als Admin-C eingetragen bin.

Die Domain haben wir, united-domains und ich, unverzüglich nach Kenntnis von dem Vertrags- und gesetzeswidrigen Handeln des Domain-Inhabers gesperrt, um weiteren Missbrauch zu unterbinden.

Werktitelschutz – Das Domain-Dilemma

3. Februar 2012 by

Bei der allwöchentlichen Freitagslektüre des Titelschutz-Journals treffe ich immer wieder auf Titelschutzanzeigen, die sich auf Domains beziehen. Etwa

Unter Hinweis auf § 5 Abs. 3 MarkenG (Deutschland) sowie § 80 UrhG, § 9 UWG (Österreich) nehmen wir Titelschutz in Anspruch für:

http://www.unregistrierte-domain.de

in allen Schreibweisen, Darstellungsformen.

Bei Überprüfung der Domain fällt dann auf: Sie ist nicht konnektiert. Man erreicht sie nicht. Schaut man dann bei DENIC in das Whois-Verzeichnis, findet man nichts, weil die Domain tatsächlich nicht registriert ist.

In den vergangenen Jahren war noch jede Domain, für die im Titelschutz Journal Werktitelschutz in Anspruch genommen wurde, nicht registriert. Es ist jede, spätestens jede zweite Woche das gleiche Spiel.

Anmelder sind in der Regel Privatpersonen, Vereine und GbRs. Rechtsanwälte sind mir da – soweit ich mich erinnere – noch nicht begegnet. Ich schließe daraus, dass Menschen eine höhere Schwelle zu überschreiten haben, eine Domain für zwischen € 10,– und € 15,– jährlich zu registrieren, als eine Anzeige für wahrscheinlich zwischen € 100,– und € 150,– zu schalten. Ihnen fällt es also leichter, das zehnfache der Registrierungskosten einer Domain für einen rund sechsmonatigen Schutz auszugeben, als die Domain selbst zu registrieren, die sie dann bis an ihr seliges Ende nutzen könnten (soweit sie lustig sind und auch weiter die Registrierungskosten bezahlen). Zugleich gehen sie das Risiko ein, dass ein Schlaumeier genau die Wunschdomain wegschnappt, die man dann gegebenenfalls sehr kostenintensiv und aufwändig herausfordern muss. Und dabei ist der Erfolg nicht einmal garantiert – trotz öffentlich beanspruchten Werktitelschutzes.

Ich schließe weiter daraus, dass Anmelder in der Regel Privatpersonen, Vereine und GbRs sind: diejenigen, die sich professionellen Rechtsrat zur Domain-Registrierung einholen, verfallen nicht auf so einen Quatsch. Gute Arbeit, liebe Kollegen. Es spart Zeit und Geld.

Wer zukünftig in Erwägung zieht, für eine Domain, die er gerne registrieren möchte, erst eine Werktitelschutzanzeige zu schalten: Lassen Sie’s. Gleich die Domain registrieren (soweit sie nicht die Rechte Dritter verletzt), und am besten gleich Inhalte einstellen, die das Projekt beschreiben, welches unter der Domain entstehen soll.

Einen Gedanken habe ich bei diesen dusseligen Werktitelschutzanzeigen immer im Hinterkopf: vielleicht ist das eine schlaue Abmahnmasche eines Kollegen. Mit der werktitelrechtlich beanspruchten, nicht registrierten Domain, könnte man ja einen Domain-Grabber abmahnen, sollte er die noch nicht registrierte Domain tatsächlich grabben. Aber der Gedanke ist bei Lichte betrachtet doch sehr—sehr abstrus. Nein, so ist es sicher nicht.

Waterstone’s wird Waterstones

13. Januar 2012 by

Zeitgleich mit dem Start der Bewerbungsphase um New gTLDs am gestrigen Donnerstag, verkündet der Buchhandelskonzern Waterstone’s, er werde von jetzt an ohne Apostroph geschrieben: also Waterstones. Grund hierfür sei, dass es Internet freundlicher sei ohne das Zeichen, welches nicht ohne weiteres in die Adresszeile des Internetseitenbetrachters passt.

Laut Daily Mail online regen sich einige Briten über die Sprach-/Schreibverhunzung auf; ähnlich wie wir uns über den Apostrophenschwachsinn in Deutschland (Sandra’s Nagelstudio, Harald’s Curry’s Treff’s?).

Aber es ist unleugbar internetfreundlicher ohne den Apostroph. Und ich werde mich wundern, wenn wir Anfang kommenden Jahres keine Bücher und eBücher unter .waterstones ordern können.

ICANN funktioniert nicht? – Irrtum

13. Dezember 2011 by

Was ist eigentlich mit ICANN? Geht das noch. Macht da noch jemand irgendwas. Oder ist es wirklich nur der exklusivste Reiseclub auf Erden?

Patrick Thibodeau erklärt in seinem Blog auf Computerworld, warum ICANN – angeblich – nicht mehr funktioniert und gibt folgenden Vergleich zum Besten:

»ICANN holds three large international, week-long meetings a year at locations all over the globe. This year it met in Dakar, Singapore and San Francisco; in 2010, it was Cartagena, Brussels, and Nairobi.

By contrast, the United Nations somehow manages to get by on one large meeting a year for its climate change conference. Imagine that.«

Damit verkennt er die Sachlage, denn was hat der Klimagipfel bisher bewegt? – Soweit ich sehe: NIX.

ICANN hingegen verändert seit seiner Entstehung das Internet und damit die Welt. Die größte und wichtigste Veränderung ist sicher die Einführung internationalisierter Domainnamen und Domainendungen. Durch den Fall der Sprach- und Zeichenbarriere wird der Zugriff auf das Internet einem weit größerem Publikum möglich, das weit mehr Einfluss gewinnt, als die Großkopferten, die beim Klimagipfel sitzen und sich auf Minimalkonsense einigen, die dann doch nicht eingehalten werden. Gegenüber den internationalisierten Domains und Domainendungen ist die Einführung der neuen generischen Top Level Domains von geringerem Gewicht – aber die wird es auch internationalisiert geben. Man muss mit diesen Veränderungen nicht einverstanden sein, sie finden aber statt und wirken sich aus (im Gegensatz zum Klimagipfel).

Neue Domain-Endung verlangt Handeln

29. Juli 2011 by

Vielen ist noch nicht klar, worum es sich bei den neuen Domain-Endungen handelt und was deren Einführung für sie bedeuten kann. Im Laufe der letzten Wochen und Monate hat sich mein Bild bezüglich der neuen Domainendungen und deren Bedeutung für Unternehmen und Kennzeicheninhaber deutlich geändert. Ich beobachte die Entwicklung hin zur Einführung neuer Top Level Domains seit Jahren. Meine Skepsis ist in vielerlei Hinsicht gewichen. Ich halte es mittlerweile für unabdingbar, dass Unternehmen sich vertieft mit der Einführung neuer Domainendungen auseinandersetzen und gegebenenfalls dahin arbeiten, sich um eine eigene Endung zu bewerben. Das alles muss jetzt geschehen, andernfalls ist es für eine Bewerbung Anfang 2012 zu spät.

Einleitung

Domain hat jeder. »Domain« ist der Begriff links vom Punkt. Wie bei »domain-recht.de«. Die jetzt neu hinzukommenden Domains sind Endungen, das heisst die Zeichen rechts vom Punkt, wie .de, .com usw. In den vergangenen Jahren sind zahlreiche neue Domain-Endungen eingeführt worden, wie .info .eu und .tel. Doch bei der jetzt anstehenden Einführung neuer Domainendungen sind zwei Dinge anders: Die Endungen werden verständlicher, wie etwa .berlin oder .shop. Und zweitens darf im Grunde jeder so eine Endung haben, weshalb es bald .canon und .hitachi geben wird. Beide Konzerne haben frühzeitig verkündet, sich um entsprechende Endungen bewerben zu wollen. Aus diesem Grunde sind die neuen Endungen für Unternehmen nicht nur sehr interessant. Sie können für Unternehmen die Zukunft bedeuten. Ob das der Fall für den eigenen Konzern oder das eigene Unternehmen ist, sollte man prüfen.

Die neuen Endungen können für Konzerne und Unternehmen große Bedeutung gewinnen. Da sind Marketingaspekte, aber auch Sicherheitsfragen. Marketing bedeutet, das Unternehmen und seine Kunden finden sich effektiver. Kunden können sich sicher sein, dass sie wirklich mit dem Unternehmen in Kontakt treten. Unternehmen bestimmen, welche Domainnamen unter ihrer Endung registriert und wozu sie genutzt werden. Unternehmen können unternehmensinterne Strukturen aufbauen, die es selber besser darstellen und die die interne (aber auch die externe) Kommunikation verbessern. Das Branding des Unternehmens wird auf eine neue Ebene gehoben.

Sollte man wirklich …? Die eigene Domain?

Das klingt alles sehr gut und sehr schön. Doch braucht man das? Dieser Frage muss man sich als Unternehmen stellen. Immerhin kommen horrende Kosten auf einen zu, die zumindest von anderen Ausgaben, wie die für Werbung, abgezogen werden, bzw. umgeleitet werden in ein anderes Programm: die eigene Domainendung. Die Anzeigen in Zeitungen und Zeitschriften oder Fernsehspotts müssten – ein wenig – zurückgefahren werden. Zahlen? Die Implementierung einer neuen Domainendung kann sicher EUR 500.000,– kosten und in den Folgejahren der Betrieb der Domainendung regelmäßig EUR 100.000,– und mehr.

Zurück zur Frage: Braucht man das? – Da muss jeder seine Antwort finden. Aber eines ist sicher: die neuen Domainendungen kommen. Sie kommen spätestens Anfang 2013. Damit man dabei ist, muss man sich jedoch zwischen 12. Januar und 12. April 2012 darum bewerben. Und wer da nicht dabei ist, kommt zu spät und mag sich dann ärgern, weil unklar ist, wann die nächste Möglichkeit besteht, sich um eine eigene Domainendung zu bewerben.

Um aber Anfang 2012 dabei zu sein, muss man jetzt handeln. Danach mag es Jahre lang keine weiteren neuen Endungen geben. Das kann die Zukunft des eigenen Unternehmens unterminieren.

Was also ist zu tun?

Zunächst sollte man sich klar darüber werden, welche Bedeutung die Einführung neuer Domainendungen hat. Als Unternehmen geht es schlicht darum, zu prüfen, welchen Einfluss neue Endungen und eine eigene Endung (zu schweigen die von den Wettbewerbern) auf die eigene Zukunft und zukünftige Märkte hat. Das zu explorieren ist nicht einfach. Informationen von Beratungsunternehmen wie Mind+Machines weisen darauf hin, dass sich mittlerweile zahlreiche Unternehmen über die Bewerbung informieren. Es werden zahlreiche Unternehmen ihre Brandings als Domainendung registrieren lassen, wie die bereits erwähnten Konzerne Canon und Hitachi. Die tatsächlichen Zahlen und Bewerber wird ICANN jedoch erst zwei Wochen nach Ende der Bewerbungsphase bekannt geben.

Hat man sich Klarheit über mögliche Konsequenzen geschaffen, die sich aus der Einführung neuer Domainendungen für die eigene Unternehmens- und Marktentwicklung ergeben, wird einen in der Folge die Überlegung umtreiben, ob man selbst eine solche Endung braucht und ob man sie auch finanzieren kann. Aber selbst wenn man eine eigene Endung – auch in der ferneren Zukunft – nicht für notwendig erachtet, kommt man nicht umhin zu klären, wie man sein Branding, seine Marken und Unternehmenskennzeichen im Hinblick auf die neuen Endungen – passiv – schützt. So oder so kommt man also nicht umhin, sich nicht nur oberflächlich zu informieren, sondern in die Tiefe zu gehen und ggf. Fachleute beizuziehen, gerade wenn es um den Schutz eigener Kennzeichenrechte geht.

Empfehlungen und ein Zeitplan von John Matson

John Matson ist Berater (Mitbegründer und COO von Architelos). In einem Artikel gibt er Informationen darüber, wie man sich auf eine Bewerbung um eine eigene Domainendung vorbereitet. Wichtiger aber: er gibt ein Zeitgerüst, das einerseits deutlich macht: die Zeit drängt. Zugleich gibt es jedoch auch Zuversicht: man kann es schaffen.

Die drei Phasen des Zeitplans, deren erste so gut wie abgelaufen ist, lauten:

Feststellen, was man machen will (Juli bis August)

Wähle Deine Partner (September bis Oktober)

Bereite die Bewerbung vor (November bis Dezember)

Der Artikel ist unbedingt lesenswert, um ein Gefühl für die nächsten Schritte zu erhalten.

Der Zeitplan

Viel Zeit für die notwendigen Aufgaben besteht nicht mehr. Die Bewerbung muss in fünf Monaten abgegeben werden.

Binnen kürzester Zeit sollte man sich über die Einführung neuer Domainendungen informieren und prüfen, ob man sich selbst um eine Top Level Domains bewerben will und wie diese lauten soll. Im Grunde müßte dieser Vorgang bis Ende August/Anfang September abgeschlossen sein.

Dann stellt sich die Frage der Umsetzung. Man braucht kompetente Partner, die Rechtsfragen, Marketingstrategien und die konkrete, später technische Umsetzung bewerkstelligen. Hier kann man sich ebenfalls im Internet informieren. Zahlreiche Unternehmen bieten sich als technische Dienstleister bei der Implementierung und Verwaltung der neuen Domainendungen an. Dazu zählen nic.at, die österreichischce Domain-Verwaltung, Afilias, die Verwaltung von unter anderem .ino und .mobi, und Minds+Machines in Kooperation mit anderen Unternehmen, um nur die prominentesten Anbieter zu nennen.

newdomains.org
Doch besser und konkreter wird es auf der am 26. und 27. September 2011 anstehenden »Munich Conference on New Top Level Domains« in München. Diese Veranstaltung organisiert united-domains AG, für die ich tätig bin. Das mag nun wie Werbung klingen, doch – wie eingangs gesagt – meine Skepsis gegenüber neuen Domains hat sich gewandelt und ich halte es für Unternehmen für unabdingbar, sich mit der Frage neuer Domainendungen auseinanderzusetzen.

Auf der Konferenz haben Sie die Möglichkeit

_ zu lernen, wie man seine eigene Endung erlangt [Learn how to get your own .brand Domain (e.g. http://www.cars.bmw)]

_ wie man eigene Kennzeichen unter den hunderten zu erwartenden neuen Top Level Domains schützt [Learn how to protect your brands and trademarks under hundreds of new domain extensions.]

_ wie man erfolgreich die eigenen Domain-Verwaltung führt [Learn how to successfully run your own domain-registry]

Dort treffen Sie auf die Fachleute, die Ihnen in Rechts-, Sach- und technischen Fragen weiterhelfen und die mit Ihnen nicht nur die Bewerbung zum Abschluss bringen, sondern danach auch als technischer Dienstleister zur Seite stehen. Die Referenten, die dort zu Wort kommen, sind die besten Weltweit. Unter anderem kommt Steve Crocker, Vorsitzender des ICANN-Direktoriums. Aber – wie gesagt – dort finden Sie die Fachleute für alle Belange, die mit einer Bewerbung und der technischen Administration der neuen Top Level Domains einhergehen. Und Sie treffen Juristen, die Ihnen beim Schutz Ihrer Kennzeichen weiterhelfen, auch wenn Sie sich gerade nicht um eine eigene Domainendung bewerben wollen, aber im Hinblick auf Hunderte neuer Endungen einen Plan zum Schutze Ihrer Kennzeichen entwickeln müssen.

Von der Konferenz bis zur Abgabe einer Bewerbung sind es nur 3 1/2 Monate. Dazwischen liegen Weihnachten und Neujahr, die für ein solches Projekt zeitraubend sind. Die Abgabe für Bewerbungen beginnt am 12. Januar 2012 und endet am 12. April 2012. Das sind drei Monat. Und in nurmehr fünf Monaten muss man soweit sein und die eigene Bewerbung fertig haben.

Der nächste Schritt

Es bleibt nicht viel Zeit. Informieren Sie sich jetzt:

zum Beispiel auf dem Projekt domain-recht.de, das ich zusammen mit Rechtsanwalt Florian Hitzelberger betreue. – Im wöchentlichen Newsletter, den man auf der Seite kostenlos abonnieren kann, informieren wir wöchentliche über die Entwicklung der neuen Domainendungen. Im Archiv finden Sie zahlreiche Artikel dazu, um einen erste Vorstellung davon zu bekommen, um was es geht.

Einen kurzen Überblick über die Situation gibt Afilias in einer 14 Seiten starken Broschüre “Envisioning Your .BRAND New World, A Field Guide for Brand Builders“, nebst einem Video dazu.

Sie finden zahlreiche Informationen auf der News-Seite Circleid.com, auf der Fachleute erhellendes über die Einführung neuer Endungen vermitteln.

Sie können sich aber auch gleich auf das von ICANN verabschiedete Bewerberhandbuch (Applicant Guide Book – AGB) stürzen. Das ist eine schwierige Materie, aber es enthält die präzisen Vorgaben, was für eine Bewerbung um eine Domainendung verlangt wird.

Mit der Lektüre dieser Informationen haben Sie den ersten Schritt getan. Danach könnten Sie die Prüfung, ob für Sie eine eigene Endung in Betracht kommt, starten:

Die Überlegungen und Aufgaben, die Sie jetzt angehen müssen, beschreibt Alex Tajirian in seinem Artikel New gTLD Applicants Must Reduce Cognitive Biases.

.xxx wirklich schon am Start?

21. März 2011 by

Kaum hat ICANN im Laufe des 40. Meetings am Freitag, den 18.03.2011 sein – erneutes – OK für die Endung .xxx gegeben, überschlagen sich die Meldungen und Meinungen. Allein auf Circleid.com, einem der wichtigsten Branchen-Informationsseiten, die sich mit der Internet-Infrastruktur befasst, erschienen drei Artikel:

John Levine, der bei der Sitzung beim ICANN-Meeting in San Francisco dabei war und Sympathien nach allen Seiten und Argumenten bekundet, kommt zu dem Schluss, dass ICANNs Aufgabe ist, im Sinne der Allgemeinheit zu handeln. Dass die Endung .xxx, aber auch zahlreiche andere Endungen im Sinne allgemeiner Interessen seien und nicht lediglich im pekuniären Interesse der Initiatoren und späteren Betreiber der Endungen, sieht er nicht und lehnt damit die ICANN-Entscheidung ab. Mit dieser Argumentation lässt sich aber jede zukünftige Endung ablehnen. Denn ob sie im allgemeinen Interesse der Internetnutzer liegen, lässt sich im Vorhinein nicht sagen, sondern erst, wenn sie tatsächlich online ist und man die konkrete Reaktion der Nutzer feststellen kann.

Naseem Javed erlaubt sich eine zeitverschobene Stellungnahme, indem seinem Artikel vom 08. Juni 2005 nun nochmals online stellt. Der Artikel wurde obsolet, weil ICANN die Freigabe der Endung .xxx seinerzeit wegen massiver Kritik zurückzog, um die Endung nochmals zu überprüfen. Der Artikel ist nicht ganz ohne Aktualität, doch die Thesen sind in den vergangenen knapp sechs Jahren oft genug durchgekaut worden: absehbare Folgen und vermutliche Konsequenzen der Einführung von .xxx könnten sein: Abgrenzung und Polarisierung sind das eine, Geldmacherei das andere, denn nach wie vor wird im Bereich Erwachsenenunterhaltung im Internet am leichtesten Geld verdient (heute ist es vielleicht aber doch die Versicherungsbranche). Weiter ergibt sich die Möglichkeit für zum Beispiel Suchmaschinenbetreiber und Portale, den Zugriff auf .xxx-Seiten zu unterbinden. Schließlich ergeben sich über die Vermarktung der Erwachsenenindustrie hinaus auch Möglichkeiten Dritter, mit der Endung Geld zu machen: etwa durch Cybersquatting und den sich ergebenden Kennzeichenrechtsstreiten. Doch stellen sich über kurz oder lang drei Fragen: Müssen sich Erwachsenen-Angebote aus dem restlichen Netz zurückziehen und unter .xxx allein in Erscheinung treten? Was wird mit der Privatsphäre, wenn alleine bereits mit der Endung klar ist, was für Seiten man besucht hat? Und schließlich könnten Cyber-Squatter Domains registrieren, die den Namen ordentlicher Personen (natürlichen wie juristischen) entsprechen und deren Renommee beeinträchtigen. Javed schloss seinerzeit und schließt heute seinen Artikel mit Blick auf ein großes Domain-Fiasko. Dies scheint heute mehr als gestern unbegründet zu sein, wobei die Frage bleibt, die ich oben schon beantwortet habe: welche Endung ist sinnvoll? Die Nutzer werden es zeigen.

Ein Dritter Artikel stammt von einem nicht näher benannten CircleID Reporter, der die Fakten zusammenträgt und insbesondere auf ein Fünzehnminütiges Interview mit ICANN CEO, Rod Beckstrom, und Chairman Peter Dengate Thrush, in San Francisco über die Freigabe von .xxx. Zudem zitiert der Artikel ein Statement von Karl Auerbach, der erklärt, das .xxx-Ding ist noch nicht in trockenen Tüchern. ICANN und ICM-Registry müssen erst noch einen Vertrag aushandeln. Unklar ist auch, inwieweit die Gegengruppierung NTIA zu ICM Registry damit umgeht, ob sie nicht einen Rechtsstreit vom Zaune bricht und weitere vier beachtenswerte Punkte.

Alles in allem scheint die Lage noch immer nicht wirklich klar und der von ICM Registry-Chef Stuart Lawley zuversichtlich geäußerte Plan, bereits im Sommer mit der Sunrise Periode beginnen zu können, gefolgt von einer Landrush im Herbst erscheint sehr optimistisch.

neue Domain-Endungen: .sx vs. .xxx

18. März 2011 by

Manchmal ist man auch einfach nur ein Schaf.

IANA hat vor kurzem die neue country Code Top Level Domain (ccTLD) .sx – für Sint Maarten (Dutch part) – installiert. Nun hat openregistry.com den Zuschlag als Domain-Verwaltung erhalten und kündigt an, man werde voraussichtlich Adult Content eine Plattform geben. Womit .sx in Konkurrenz zur noch immer nicht von ICANN verabschiedeten Adult Endung .xxx träte.

Den Vorteil, den .sx hat ist, man ist eine Länderendung und muss sich keine Erlaubnis bei ICANN holen. Nach Eintrag in die Rootserver kann .sx eigentlich gleich loslegen: mit einer Sunrise Period und einer Landrush Period. Das wird innerhalb der kommenden sechs Monate über die Bühne gehen können.

Derweil ist immer noch unklar, was aus .xxx wird. Zur Zeit findet das 40. ICANN-Meeting statt. Die Adult Industry, das heißt ca. 25 Adult Webmaster protestieren gegen die Einführung von .xxx. Man rechnet damit, dass der gesamte Adult-Bereich unter diese Endung abgeschoben werden könnte, wo man sich jetzt unter allen Endungen verbreitet hat.

Zudem vermutet Domainer Andrew Alleman, dass mit einer weiteren Verzögerung der Einführung von .xxx der gesamte Ablauf der Einführung neuer generischer Top Level Domains (nTLDs) ins Stocken gerät. Letzteres wollen wir nicht hoffen. Es dauert schon viel zu lange mit der Einführung und die Gespräche zwischen GAC und ICANN, die jetzt geführt werden, hätte man bereits viel früher führen können und müssen.

Doch sei dem wie es wolle: .sx wird bald starten und ähnlich wie .co und .me vermarktet werden. Meine schafsmäßige Frage aber war: Warum sollte die Endung in Konkurrenz zu .xxx treten? – Ich bin nicht im Entferntestes auf das fehlende »e« gekommen, wie es ideal in einer Endung .sex repräsentiert würde. Das scheint mir kein gutes Geschäft für .sx zu werden.

UpDate
Mittlerweile hat ICANN im Rahmen des 40. Meetings .xxx zugelassen. ICM Registry, die Verwaltung von .xxx, will laut domainnamewire.com im Juni mit einer Sunrise Period für Markeninhaber starten und im Herbst die Landrush Period beginnen.


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